Das Naturphänomen Hagel

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Was ist Hagel?

Wolkenbrüche in Verbindung mit tosenden Sturm- böen, grollendem Donner und zuckenden Blitzen sind ja an sich schon kaum in ihrer Dramatik zu überbieten. Doch wenn dann noch Hagelkörner lautstark auf die Erde niederprasseln, stellt dies quasi den Höhepunkt an Naturgewalt dar.   Bei Hagel handelt es sich um schichtweise vereiste Tropfen gemäß Hagelintensitäts-Skala mit einer Größe von mindestens 0,5 cm. Darunter spricht man von Graupel, allerdings sind taubenei- oder tennis- ballgroße Hagelkörner von 10 cm Durchmesser und mehr keinesfalls auszuschließen.

 

Wie entsteht Hagel?

tl_files/Bilder/Entstehung_Hagel/Hagel_gross.jpgBesonders in den warmen Sommermonaten ent- stehen relativ regelmäßig Unwetter, die mit teils schweren Hagelschauern einhergehen. Der wesent- liche Grund dafür liegt in den Wetterbedingungen, die zur Entstehung von Hagel erforderlich sind und vorwiegend in dieser Zeit auftreten. Gerade, wenn man sich im Sommer irgendwo im Umfeld des Alpen- raumes aufhält, ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, ein solch spektakuläres Naturereignis mit- zuerleben: Ein schweres Gewitter mit Hagelschlag.

Die typische Wetterlage ist schwül-heiße Luft, welche in der Lage ist, enorme Mengen an Wasserdampf zu speichern. Dieser Zustand fördert das Entstehen mächtiger Kumuluswolken, die sich bis zu 13 km in die Höhe erstrecken können und somit optimale Voraus- setzungen für die Bildung von Hagelkörnern bieten.

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Hagel entsteht in gigantischen vertikalen Windschächten innerhalb des Wolkenkerns aus unterkühltem Wasser, das an geeigneten Kondensationskernen, sprich Staub, zu Eis gefriert. Die Windschlote funktionieren wie riesige Staubsauger und saugen mit schier unvorstellbaren Geschwindigkeiten von weit über 100 Stunden- kilometern alles an Eis, Wasser und Staub himmelwärts!

Man muss sich also vorstellen, dass im Extremfall tennisballgroße Hagelbrocken vom Luftstrom nach oben gerissen werden – einfach und problemlos entgegen der Erdanziehungskraft und teils über kilometer- lange Entfernungen.

Lässt der Wind dann in größeren Höhen nach, "spuckt" die Wolke die Körner seitwärts wieder aus. Diese werden während ihres Falls zur Erdoberfläche je nach Dynamik zurück in den Windschacht gezogen und nehmen dadurch erneut weiteres Wasser auf, das sich an den Hagelkörnern anlagert und dort gefriert. Wiederholt sich dieser Vorgang oft genug, lagert sich Eisschicht um Eisschicht aufeinander und formt so besonders große Hagelkörner.
Sind diese Eisklumpen durch Wachstum oder Zusammenklumpen schwerer geworden als die Aufwinde sie tragen können, fallen sie mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h zu Boden und können dabei erhebliche Gefahren verursachen. Hagelschläge sind meist auf engen Raum von einigen hundert Quadratmetern bis wenige Quadratkilometer begrenzt, können dort aber als "Hagelstriche" verheerende Schäden anrichten.

Größe und Fallgeschwindigkeit

Die Größe von Hagelkörnern variiert stark. So unterscheidet die Hagelschaden-Skala der Schweizerischen Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen elf Intensitätsklassen, die von kleinem Hagel ab 0,5 cm Durchmesser bis zu außergewöhnlich großem Hagel von über 10 cm Durchmesser reicht. Das Gewicht der Körner variiert entsprechend zwischen 0,1 g und mehr als 0,5 kg. Zu Schäden an Autos, Glasscheiben und Zelten kommt es ab einem Durchmesser von etwa 2 cm, was Fallgeschwindigkeiten von etwa 70 km/h entspricht. Kleiner Hagel fällt langsamer (ca. 35 km/h), außergewöhnlich großer Hagel kann dagegen Geschwindigkeiten von über 150 km/h erreichen.